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Bielefelder Plakataktion zum Thema Demenz

Mann isst eine Currywurst und im Text wird der Wusch geäußert, wenn er mal dement sei, wolle er möglichst oft Currywurst an einem Platz in Bilefeld essen.

„Wenn ich einmal dement werde, dann möchte ich………..“

Mit einer ungewöhnlichen Aktion möchten die Akteure vom Arbeitskreis Demenz, die überwiegend im unmittelbaren Kontakt mit Menschen mit Demenz bzw. ihren Angehörigen stehen, das Thema Demenz wieder in die Öffentlichkeit bringen.
Mit großformatigen Plakaten auf Werbegroßflächen und auf Werbeflächen in Straßenbahnen und Bussen werden im Zeitraum Mai bis Juni Aussagen von authentischen Personen plakatiert, die ihre Wünsche für den Zeitraum formuliert haben, in dem die Willensäußerung aufgrund kognitiver Einschränkungen schwierig wird oder nicht mehr möglich ist.
Es ist ein sehr persönlicher Zugang zum Thema Demenz, der durch die individuellen Statements „normale“ menschliche Vorlieben, Gewohnheiten, Leidenschaften und biografische Anteile beschreibt. Dazu gehört z. B. das Currywurstessen auf dem Jahnplatz, das Singen der Arminia-Hymne, das Fühlen feuchter Gartenerde, das Hören des Schnaubens der Pferde, der Blick auf das Meer, genauso wie die Lieblingsmusik oder das Kaffeetrinken im Café. All diese kleinen Freuden sollen Angehörige, Freunde und das Pflegepersonal nachlesen können. Damit möchte die Gruppe stellvertretend auf die Belange der steigenden Zahl von Menschen mit Demenz in Bielefeld aufmerksam machen.
Inspirieren ließ sich die Gruppe durch die Erfahrung, dass viele Ältere sich mit Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung beschäftigen, aber ihre lebensgeschichtlich begründeten Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen für die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nicht formulieren. Vorsorge für das Leben im Alter anzuregen und sich damit zu beschäftigen, welche „kleinen Dinge“ eine besondere Bedeutung für die Lebensqualität erhalten, wenn die Lebenskreise im Alter enger werden, ist Ziel der Plakataktion. Die Antworten auf wichtige Fragen, die ein Leben mit Lebensqualität und in Würde beschreiben, wie   „Worauf will ich nicht verzichten? Was bereitet mir vergnügliche Momente? Was bringt mich zum Lachen?“ hat der Autor Erich Schützendorf in seiner „Lebensverfügung“ beschrieben, die die Bielefelder Aktion aufgreifen und bekanntmachen möchte.
Mit der Plakat- und Postkartenkampagne wird auch versucht, der Befürchtung von Ausgeliefertsein und totaler Fremdbestimmung etwas entgegenzusetzen und Möglichkeiten der Beeinflussung der Lebensbedingungen zu veranschaulichen.
Federführend wird die Aktion von der Altenhilfeplanung der Stadt Bielefeld organisiert, beteiligt sind die AWO KV Bielefeld, Alzheimer Gesellschaft Bielefeld, Demenz Servicezentrum OWL, Diakonie für Bielefeld und dem Hauspflegeverein. Gefördert wird die Plakataktion von der Marta-Kleine-Eikelmann Stiftung.

Alle Plakate im Überblick finden Sie hier: