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Rettung aus der Dose

Motiv: Die Rettungsdose mit Informationsmaterial auf einem Schreibtisch
Foto: Landratsamt Bad Kissingen

In einem Notfall zählt nach dem Eintreffen des Rettungsdienstes jede Minute. Ist die Patientin / der Patient nicht ansprechbar und auch niemand anwesend, der Auskunft geben kann, verstreicht wertvolle Zeit für wichtige Informationen für die Helferinnen und Helfer: Welche Vorerkrankungen hat ein Patient? Gibt es besondere Unverträglichkeiten und wer ist zuerst zu benachrichtigen und kann Auskunft geben?

Die Idee, Helfern mit einer SOS-Dose schnellen Zugriff auf diese Informationen zu geben, stammt ursprünglich von LIONS aus Großbritannien und Irland. Über den Lions Club Hanau Schloss Philippsruhe ist sie nach Hessen gekommen. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes des Lions Clubs Hanau Schloss Philippsruhe mit dem Seniorenbüro der Stadt Hanau wurde das Äußere verändert und an den deutschsprachigen Markt angepasst. Die Dose ist markenrechtlich geschützt, ist über den Lions Club Hanau Schloss Philippsruhe beziehbar und wird seitdem mit zunehmendem Erfolg in ganz Hessen eingesetzt.

Die Rettungsdose ist 12 cm groß und mit rotem Deckel und rotem Logo auffal-lend gestaltet. Über das Vorhandensein der Dose werden die Retter über einen kleinen Aufkleber an der Innenseite der Haustür informiert. Und um die Suche nach den Informationen abzukürzen kommt die Dose einfach in den Kühlschrank. Dieser Aufbewahrungsort hat sich bewährt, da er in jeder Wohnung vorhanden ist und einfach gefunden werden kann.

In der Dose befindet sich ein Merkblatt mit Informationen, die der Besitzer/ die Besitzerin zuvor eingetragen haben: Informationen zu im Haus lebenden Personen (am besten mit Foto), Adressen der wichtigsten Angehörigen oder Freunde und der Hausärztin / des Hausarztes, bestehende Erkrankungen oder Allergien, regelmäßig verwendete Medikamente, weitere Informationen ob z.B. Tiere versorgt werden müssen und es eine Patientenverfügung gibt.

Sabine Hein, Verwaltungsdirektorin der Capio Franz von Prümmer Klinik in Bad Brückenau, Mit-Initiatorin des KompetenzNetzwerkes Demenz im Landkreis Bad Kissingen und jetzt Akteurin im Netzwerk war sofort begeistert von der Einfachheit und dem besonderen Nutzen der Idee der Rettungsdose. Diese hatte sie bei einem Besuch in der Capio-Klinik Büdingen kennengelernt. Mit ihr kam die Dose im Herbst erstmals auch nach Bayern in den Landkreis Bad Kissingen und wurde auf dem dritten Netzwerktreffen am 09.11.2016 durch Frau Hein vorgestellt. Die Klinik hat glücklicherweise einen größeren Bestand gekauft, da zurzeit keine Bestellungen beim Lions-Club mehr wegen zu großer Nachfrage möglich sind. Nun kann das KompetenzNetzwerk Demenz die Dosen über die Klinik erwerben. Ein eigens angefertigter Aufkleber mit dem Verweis auf die Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz macht deutlich, dass diese Dosen durch das Förderprojekt zur Verfügung gestellt werden. Damit kann das Netzwerk die SOS-Dosen künftig bei Veranstaltungen öffentlichkeitswirksam den Betroffen bzw. Angehörigen zur Verfügung stellen.   

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