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Fachkonferenz über demenzfreundliche Strukturen in Krankenhäusern

Eine Frau und drei Männer sitzen auf einem Podium und diskutieren.
Foto: © offenblen.de | Michael Besserdich

Über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Medizin kamen am 23. und 24. Mai in Saarbrücken zusammen, um Konzepte über demenzfreundliche Strukturen in Krankenhäusern zu diskutieren.
Erste Erfahrungen der Arbeit der Lokalen Allianzen zeigen, dass Konzepte für demenzfreundliche Strukturen in Krankenhäusern für die Etablierung und den weiteren Ausbau der Demenzstrukturen in Deutschland von besonderer Bedeutung sind.

Kliniken brauchen Konzepte

Das Thema ‚Demenz und Krankenhaus‘ erfährt auf Grund allgemein gestiegener Lebenserwartung, einer veränderten Wahrnehmung von Demenz und einer Differenzierung im Betreuungsansatz eine zunehmende Bedeutung für Kliniken und ihre Träger. Nicht nur, dass die längere Lebenszeit das Risiko der Demenzerkrankung erhöht. Auch haben Menschen mit Demenz ein weit höheres Risiko in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden, als Gleichaltrige ohne Demenz.
Nach der Studie der Robert Bosch Stiftung ‚Demenz im Allgemeinkrankenhaus, Prävalenz und Versorgungssituation‘ der Hochschule Mannheim und der Technischen Universität München  (2013-2015) weisen 40% aller über 65–jährigen Patienten in Allgemeinkrankenhäusern kognitive Beeinträchtigungen auf, die bei der Aufnahme in den wenigsten Fällen bekannt sind. In manchen Regionen sind es bis zu 60 % der Patientinnen und Patienten.

Die Akutversorgung von Menschen mit Demenz stellt erhöhte Anforderungen

Die Akutversorgung von Menschen mit Demenz stellt eine erhöhte Anforderung an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (medizinisch und pflegerisch) und den gesamten Krankenhausbetrieb dar. Die Betreuung führt ohne gezielte Strukturen zu einem erhöhten Zeitaufwand in der Betreuung und zu erhöhten Kosten.
Darüber hinaus ist die Heilung der akuten Erkrankung unter den üblichen Rahmenbedingungen im Krankenhaus quasi nicht beziehungsweise schlecht möglich. Ohne strukturelle Anpassung an die Belange der an Demenz erkrankten Patientinnen und Patienten verschlechtert sich der kognitive Zustand während des Aufenthaltes. Weitere Auswirkungen können sein: Stürze, Infektionen, Mangelernährung, Dehydrierung, längere Liegezeiten, die höhere Wahrscheinlichkeit der Heimeinweisung, subjektive Befindlichkeit der Demenkranken und ihrer Angehörigen. Dies führt in der Summe zu einer erheblichen Mehrbelastung für das ärztliche- und Pflegepersonal und damit zu vermehrten Kosten für den Krankenhausträger. Ein zusätzlicher Handlungsbedarf besteht bei der Überleitung der betroffenen Patienten aus dem stationären in den ambulanten Bereich (Modellprojekt „Demenz im Krankenhaus plus - Saarland“).
Am Bundesmodellprogramm Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz beteiligen sich 15 Kliniken, die insgesamt den Handlungsbedarf erkannt haben und mit eigenen individuellen Konzepten dem Thema begegnen.
In zahlreichen Initiativen, Studien und Förderprogrammen wird an möglichen Verbesserungen der Strukturen in Krankenhäusern gearbeitet (zum Beispiel Robert Bosch Stiftung, Saarland, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Deutsche Krankenhausgesellschaft).
In der Fachkonferenz am 23./24. Mai 2017 in Saarbrücken wurde das Thema von Wissenschaftlern und Klinikleitungen unter anderem mit dem Ziel diskutiert, Handlungsbedarfe zu eruieren. Die Ergebnisse der Konferenz werden als Handreichung zusammen mit den vorhandenen Konzepten der 15 Lokalen Allianzen als Grundlage für weitere Implementierungen zusammengefasst und veröffentlicht.

500 lokale Hilfenetzwerke für Demenz

Mit dem Bundesmodellprogram Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz werden seit 2012 in Deutschland insgesamt 500 regionale Hilfenetze für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen aufgebaut. Die am Programm beteiligten vielfältigen Initiativen, Kommunen, Organisationen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie Mehrgenerationenhäuser entwickeln, verbinden und erweitern vorhandene Angebotsstrukturen und nutzen auf diese Weise Synergien.
Durch die Lokalen Allianzen soll eine neue Kultur des Zusammenlebens für ein soziales Miteinander von Bürgerinnen und Bürgern mit und ohne Demenzerkrankung erreicht werden. Den von Demenz betroffenen Menschen soll so ein aktives Leben in der Gesellschaft ermöglicht und die Gesellschaft insgesamt für das Thema sensibilisiert werden.

Bericht des sr-Fernsehen vom 24.05.2017

Aktueller Bericht

Dritter Beitrag, Start bei 5:59 Minuten

Eindrücke von der Veranstaltung

Zwei Frauen melden sich zu einer Veranstaltung an.
Eine Frau mit Headset vor Publikum auf einer Bühne.
Nahaufnahme eines Mannes am Redepult.
Ein Mann vor Publikum an einem Redepult.
Eine Frau am Redepult.
Nahaufnahme einer Frau am Redepult.
Alle Fotos: © offenblen.de | Michael Besserdich